Chiapas (29.3.18)

Mittlerweile haben wir Chiapas erreicht, bekannt durch die Zapatisten, eine Guerillatruppe, fie 1994 vorübergehen die Kontrolle in Chiapas übernommen hatte als Protest gegen verfehlte Wirtschaftspolitik seinerzeit und die Benachteiligung der Region.

Auch wenn gerade die Sonne brennt, soll es viel Regen in Chiapas und auch Dschungel geben.

Unterwegs haben wir mit einem Boot das Naturschutzgebiet Sumidero besucht. Dort gab es alles, was den Tierfreund erfreut: Krokodile, die zur Begrüßung das Maul öffnen, im Zoo sozialisierte Affen, die versuchen, die Boote zu entern und Geier, die massenweise darauf warten fotografiert zu werden.

Und einen Wasserfall, der wie ein Weihnachtsbaum aussieht, der aber derzeit leider kein Wasser hat. Die Legende sagt, dass man 10 Jahre jünger wird, wenn man mit dem Wasser in Berührung kommt. Leider konnten wir das nicht überprüfen.

Auf dem Weg nach San Christóbal de las casas – 29.3.29

Unsere guia Diana nutzt die Fahrzeit immer für kleine Geschichten. In der Region von Tehuantepec gibt es Homosexuelle in Frauenkleidern, die gesellschaftlich voll akzeptiert sind, die sog. Muxe, die auch im Strassenbild zu sehen sind. Uns war der Anblick nicht vergönnt.

Gleich passieren wir eine Stelle, an der die Pazifischen Winde und die Golfwindewinde zusammentreffen. Dort gibt es die grösste Windanlage Mexicos. Im Winter sind die Winde so stark, dass die Autos die Strasse nicht passieren können. In Tehuantepec war auch das Epizentrum der beiden Erdbeben am 8.9. und 19.9. 2017 mit Stärke 8, 3.

Gerade hatten wir eine Reifenpanne. Sehr praktisch, dass direkt an der Strasse neben der Werkstatt ein Obststand und zum Abkühlen auch ein Fluss in der Nähe war.

Soeben haben wir erfahren, dass der Popocatépetel ausgebrochen ist. Dianas Sohn, der in Mexico City lebt, war gestern Fußballspielen und ist heute krank, weil er die Ascheluft des ca. 200 km entfernten Vulkans eingeatmet hat.

Hier noch ein Musik Tip von unserer guia: Lila Downs. Sie ist indianischer Abstimmung und kleidet sich wie Frida Kahlo.

Auf dem Weg nach Mitla und Tehuantepec

Wir sind unterwegs auf der Panamerikanischen Strasse (MEX 190), die von Kanada nach Chile führt. Die 1. Etappe geht von El Tule nach Mitla, eine kleine, aber feine Ausgrabungsstätte. Sie ist besonders interessant wg. der Muster auf den Fassaden, die sich auch auf unserem Teppich wiederfinden und den Abstieg in die Unterwelt mit abschließendem Aufstieg ins ewige Leben symbolisieren. Die Säule, die man umarmen muss, war leider nicht zugänglich. Schafft man es, die Säule zu umarmen, so dass die Hände sich berühren, sieht es schlecht aus mit der Aussicht auf ein ewiges Leben. Bei der Menge Tortillas, die wir verschlingen und den Fässern Bier, die wir trinken, hätten wir dank unserer Bäuche gute Chancen auf ein ewiges Leben.

Das Ganze war wie eine Kaffeefahrt, nur interessanter. Statt Wolldecken haben wir einen Teppichhändler besucht und an einer Mescalverkostung teilgenommenen. Jetzt haben wir einen neuen kleinen Teppich mit Zapotekenmuster aus Merinowolle, gefärbt mit Naturfarben und eine Flasche Mescal mit gusano (Wurm). Frank hat den Wurm vorher probiert und fand ihn fruchtig. Allerdings habe ich jetzt während unserer 4 stündigen Fahrt mit unendlich vielen Kurven nicht viel von ihm gehört. 🤑

Ein Marktbesuch durfte natürlich auch nicht fehlen. Hier tragen die Frauen ihre Einkäufe auf dem Kopf nach Hause und die Schilder tragen die zapotekischen Namen. Und Tuk Tuks gibt es auch.

Die Landschaft und die Temperatur haben sich total verändert. Statt der sog. Orgelkakteen gibt es Mangobäume und Palmen. Zur Erholung nach der langen Fahrt lockt gleich ein Pool. Während wir bisher abends immmer eine Jacke brauchten, ist das hier überflüssig. Dafür gibt es Mücken. In Tehuantepec übernachten wir nur, um nicht an einem Tag noch länger fahren zu müssen. Gerade habe ich erfahren, dass wir insgesamt fast 3000 km fahren. Wir sind froh, dass wir uns entspannt im Bus zurücklehnen können. 1000 km haben wir schon geschafft.

El Tule – Der Megabaum (28.3.19)

Nach 2 Tagen in Oaxaca mussten wir heute wieder aufbrechen. Da wir eine lange kurvenreiche Strecke vor uns haben, gab es ein kleines Vorprogramm, das mit der Besichtigung eines Riesenbaums – einer 2000 Jahre alten Sumpfzypresse in El Tule – begann. Ich habe zwar schon oft alte Bäume als Sehenswürdigkeit besichtigt, aber dieser Baum hat mich schon beeindruckt, nicht nur wegen seiner Grösse und seines Umfangs, sondern weil man am Stamm tatsächlich Tiere erkennen kann. Und hier sind wir beim Publukumsjoker – welche?

Oaxaca 27.3.19

Zurück im wunderschönen Oaxaca haben wir einige Märkte besucht und uns angesehen, wie Kakao, gemacht wird. Probieren durften wir auch, war aber nicht so lecker. Frank hat dieses Mal auf die Heuschrecken verzichtet.

Wer mal nach Oaxaca kommt: Casa Conzatti ist unsere Hotelempfehlung.

Monte Alban (27.3.19)

Monte Alban ist eine Zapotheken Ausgrabungsstätte, die idyllisch auf einem Berg liegt und so heisst, weil es hier weiss blühende Bäume gibt. Leider blühen sie im März nicht.

Wie immer ist alles ein bischen blutrünstig.Es gibt Steine mit Zapothekenglyphen, die kastrierte tote Männer mit offenen Augen und heraushängenden Zungen zeigen – die besiegten Feinde.

Auf dem Programm stand auch ein Besuch bei einer Familie, wo wir Tortillas machen und gleich zusammen mit einer Suppe, deren Zutaten auf dem Foto zu sehen sind, essen konnten. Sehr nett und das Ganze war natürlich auch mit einer Kostprobe Mescal de la casa verbunden. Classe español mit der Señora gab es noch dazu.

Dies und das – Mexiko City

Aud dem Weg zur Ausgrabungsstätte Teotihuacán haben wir zahlreiche Vororte passiert. 9 Mio. leben in der City, 14 Mio. in den Vororten. Von hier ist es besonders schwierig, in die Stadt zu kommen. Um die Stimmung in diesen Vierteln zu heben, haben Farbenproduzenten den Leuten bunte Farben zur Verfügung gestellt, mit denen die Menschen ihre Häuser gestrichen haben.

In den „besseren“ Vierteln wie San Ángel oder Coyoacán leben die Besserverdienenden in sog. cotos, eingezäunte und bewachte Wohnviertel.

Bisher hat uns Mexico City am besten gefallen. Wenn man in den von den Reiseführern empfohlenen Viertel bleibt, ist es auch sicher. Dort sind die Strasse auch abends total belebt. Und Frank hat jetzt dank eines Schuhputzers, der sich ohne zu fragen auf seine Schuhe gestürzt und angefangen hat zu wienern, blitzeblanke Schuhe.

Puebla (26.3.19)

Auf dem Weg nach Oaxaca haben wir Glück gehabt und konnten die beiden Vulkane Popocatépetel (links) und Iztaccíhuatl sehen. Hierzu gibt es eine sehr nette Legende, die es wert ist, erzählt zu werden.

Die beiden waren schwer verliebt, aber leider musste Popocatépetl in den Krieg ziehen. Währenddessen hat jemand seiner Liebsten erzählt, dass er im Krieg gestorben sei. Daraufhin starb sie vor Trauer. Als Popocatepetl aus dem Krieg zurückkehrte, war er so traurig, dass er sie auf einem Berg begrub. Seitdem raucht er zu ihren Füßen vor sich hin.

In Puebla gab es einen kurzen Zwischenstopp, zu kurz um sich eine Meinung zu bilden. Dank VW steht Puebla wirtschaftlich so gut da, dass die Schäden durch das letzte Erdbeben 2017 alle beseitigt wurden Zu empfehlen ist die Küche mit der Spezialität mole poblana, einer Sosse aus Schokolade, Nüssen, Sesam und naturalmente Chili.😋.

Sogar einen Radschnellweg gibt es hier.

Jetzt sitzen wir wieder im Bus nach Oaxcaca (5 Stunden). Wir sind gespannt, was uns erwartet. Gleich um 8.00 morgen früh fahren wir zur nächsten Ausgrabungsstätte nach Monte Alban.

Sonnen- und Mondpyramide (25.3.19)

Heute standen die ersten Pyramiden auf dem Programm in Teotihuacán.

Auf dem Weg dorthin haben wir zunächst an einer Ausgrabungsstätte gehalten, die vor allem bekannt geworden ist, weil dort 1968 kurz vor den Olympischen Spielen in Mexiko demonstrierende Studenten erschossen wurden. Der Gedanke daran ist sehr gruselig. Niemand wurde dafür zur Rechenschaft gezogen. Auch Anwohner, die den Studenten helfen wollten, wurden erschossen.

Etwas weniger blutrünstig war der Besuch der Jungfrau von Guadalupe. Wie immer gibt es auch hierzu eine Legende, in der eine braune Madonna die Hauptrolle spielt. Zu Ehren der braunen Madonna wurde 1974 eine neue Basilika errichtet. Innen fährt man auf einem Laufband an dem berühmten Bild der Madonna vorbei. Angeblich ist das nach dem Vatikan die größte Pilgerstätte der Katholiken auf der Welt. Jedes Jahr am 12. Dezember zum Geburtstag der Madonna kommen Millionen von Pilgern und der Staatspräsident zur Basilika.

Nach einer halben Stunde Fahrt konnten wir endlich die ersten Pyramiden sehen. Die Ausgrabungsstätte heisst Teotihuacán und liegt im Nordosten von Mexiko Stadt. Hier sind die Ruinen der ersten Metropole der westlichen Hemisphäre zu finden. Von den 20 Quadratkilometern sind bisher nur 5% ausgegraben worden. Diana, unsere Führerin, hat Fotos mitgebracht, die zeigen, das die ganze Ausgrabungsstätte so zugewachsen war, dass die Pyramiden wie grüne Hügel ausgesehen haben.Highlight sind die Sonnen und die Mondpyramide. Die Sonnenpyramide ist zwar fast so breit wie die Cheopspyramide in Ägypten, bringt es aber mit 65 m nur auf die halbe Höhe. Bei 30 Grad und sengender Sonne war der Aufstieg mit 244 zum Teil super steilen Stufen kein Vergnügen.

Zur Stärkung gab es dann die gegrillten Kaktusblätter im Restaurant direkt an der Ausgrabungsstätte.

Sehr witzig war im Anschluss eine kleine Demontration über die Zauberpflanze Algave mit diversen alkoholischen Kostproben wie z.B. Mescal. Der Mexikaner, der uns auf Deutsch bespasst hat, hatte sogar Trinksprüche drauf, die ich noch nie gehört hatte und die ich hier auch nicht wiederholen möchte.

Zum Abschied aus Mexiko City gab’s dann noch im Centro Historico bei El Morro die besten Churros mit Chocolate, die ich je gegessen habe.

Das war übrigens ein Tipp von Diana, unserer Reiseleiterin.


Exkurs Comdias y bebidas en Mexico

Als Vegetarier waren wir ein bischen skeptisch, ob wir tatsächlich sin carne durch Mexico kommen. Aber es funktioniert bisher ganz gut.

Wie isst man hier? Auf jeden Fall ganz anders als beim Mexikaner in Deutschland. Eigentlich wickelt man fast alles in Mais- oder Weizenfladen, die auch schon mal frittiert werden und tortillas (nicht zu verwechseln mit der spanischen Variante), quesadillas oder empanadas heissen. Quesadillas sind übrigens nicht nur mit Käse, sondern auch mit Gemüse-meistens Champignons oder Kürbis – gefüllt. Für Chevice, in lemon eingelegter (roher) Fisch mach ich übrigens eine nicht vegetarische Ausnahme. Alles wird mit salsas gewürzt, die mehr oder weniger pikant sind. Mein Favorit mole negra mit chili und Schokolade. Guacomole steht immer auf fer Speisekarte.Zum Frühstück gibt es Papayas, Ananas, Melone und manchmal Äpfel und Bananen und natürlich Tortilla. Kaktusblätter haben wir auch schon probiert. Lecker sind auch panierte Kochbananen mit Reis oder Tamales, polenta, serviert in Maisblättern.

Neben Tequila und Mescal trinken wir meistens die hervorragenden Biere. Favoriten sind die dunklen Sorten Modelo und Indio. Auch das antialkoholische Aqua del dia, inmer mit einen anderen Geschmack wie z.B. Erdbeere oder Tamarind gehören zu meinen Favoriten.

Fest steht, dass wir weder verhungern nich verdursten werden.